Grillmaster

Wir sind mitten im Sommer 2020 und irgendwie ist nichts, wie es geplant war! Urlaub zu Hause, die Musik-Festivals fallen aus… zumindest stimmt das Wetter. An den heißen Tagen halten wir uns gern im Garten auf und der Grill läuft auf Hochtouren. Hier findest Du alle Infos, coole Hilfsmittel und natürlich nützliche Tipps um ein echter Grillmaster zu werden… vorausgesetzt natürlich, dass Du es nicht eh schon bist 🙂

Welcher Grill ist für mich geeignet?

Eines ist ganz offensichtlich, ob Elektro- oder Gasgrill, es ist deutlich bequemer als die Holzkohlevariante. Erfahrene Grillmeister schwören allerdings auf den klassischen Kohlegrill. Der Grund ist oftmals eine Frage des Grillgeschmacks, aber auch des allgemeinen Grillgefühls. Die individuelle Ansicht ist, wie so oft im Leben, hier ausschlaggebend und was für den einen Hobbygriller gut ist, kann für andere vollkommen uncool sein.

Gibt es aber für bestimmte Menschen auch bestimmte Grills?
Hier habe ich mir mal die drei gängigsten Versionen angesehen und verglichen:

Also, dieser Grill ist bei den professionellen Grillmastern ein vollkommendes No-Go! Da kann man sich auch ein Steak oder eine Wurst in die Pfanne hauen und braucht diesen Aufwand nicht. Oder ist es gar doch am Ende gesünder? Schnell geht es ja auch… mmh… vielleicht hat er doch was, der Elektrogrill?

Vorteile:

  • Schnell auf Grilltemperatur – also schnell Einsatzbereit
  • Keine Vorbereitung notwendig – Stecker rein und los!
  • Schnell transportierbar, da sie in der Regel klein und handlich sind
  • Gut und einfach zu reinigen – wenig Grillreste
  • Schon sehr günstig zu bekommen
  • Große Sicherheit, da es kein offenes Feuer gibt
  • Man könnte sogar Indoor grillen
  • Temperatur ist bestens regulierbar – kein Anbrennen, kein Verbrennen!

Nachteile:

  • Nicht überall einsetzbar – es wird immer Strom gebraucht
  • Recht kleine Fläche, daher nicht für große Gesellschaften geeignet
  • Das klassische Grillgefühl fehlt
  • Es schmeckt nicht nach typischem Grillen, sondern eher nach Kochen in der Küche

Zusammenfassung

Ein Elektrogrill ist auf jeden Fall einfach, schnell und für jedermann geeignet. Wer gern schnell mal eben was auf den Grill werfen möchte, für den ist das Grillen mit Strom bestens geeignet. Wer es lieber zelebriert und daraus eine eigene Veranstaltung machen möchte, dem rate ich eher ab.

Der Gasgrill mittlerweile schon eine akzeptierte Methode der internationalen Griller-Community. Auch wenn einige Grillmaster noch die Augen verdrehen, so schwören andere wiederum vollkommen auf die Gas-Variante. Diese Art der Zubereitung ist doch kinderleicht und gibt ein echtes Outdoor-Grillgefühl… oder nicht?!

Vorteile:

  • Die meisten Gasgrills sind schnell betriebsbereit
  • Das Grillgefühl ist deutlich besser, als beim Elektrogrill
  • Fast überall einsetzbar – wenn man viel tragen möchte
  •  Gasgrills sind flexibel einsetzbar und für alle Arten des Grillens geeignet
  • Meist große Grills mit viel Grillfläche

Nachteile:

  • Man muss immer ausreichend Gas im Haus haben – sonst wird es peinlich!
  • Die Grills sind nicht immer günstig und das Gas ist auch kein Schnäppchen
  • Es fehlt der typische Grillgeruch
  • Nicht mal eben schnell transportierbar

Zusammenfassung

Die Vor- und Nachteile halten sich so ein bisschen die Waage. Für größere Gesellschaften und einer entspannten Atmosphäre auf jeden Fall ratsam. Die Rauchentwicklung hält sich in Grenzen und alles ist schnell einsatzbereit. Wer einen langen Grillabend mit echter Grillatmosphäre möchte, der ist auch beim Gasgrill falsch.

Der Klassiker unter den Grillarten ist und bleibt der Holzkohlegrill. Wer die Stimmung eines echten Grill-Happenings braucht, der wird mit allen anderen Varianten nicht glücklich. Der echte Grillmaster schwört auf Holzkohle… warum denn eigentlich?

Vorteile:

  • Es gibt den richtigen und unverfälschten Grillgeruch und Grillaroma
  • Hohe Temperaturen für knuspriges Grillgut
  • Holzkohle gibt es an jeder Ecke und hat einen fairen Preis
  • Es gibt Grills für jeden Geldbeutel
  • Überall einsetzbar – sofern offenes Feuer erlaubt ist

Nachteile:

  • Man muss immer reichlich Holzkohle bereithalten
  • Nicht immer einfach, den Grill auf Betriebstemperatur zu bringen
  • Es bleiben immer wieder verbrannte Reste auf dem Rost übrig
  • Höheres Sicherheitsrisiko durch offene Flamme
  • Hohe Rauchentwicklung und schnell stinkt die Kleidung nach Feuer/Grill
  • Schlecht regulierbare Grilltemperaturen
  • Es gibt gewisse Gesundheitsrisiken (z.B. Fett in Kohle)

Zusammenfassung

Auch wenn die Nachteile eigentlich gegenüber den anderen Varianten deutlich überwiegen, so ist für viele einfach der Geschmack ausschlaggebend. Echte Grillmaster behaupten, das die anderen Methoden nichts mit dem Grillen zu tun haben. Es muss qualmen, es muss stinken und das Grillgut bekommt eine rauchige Note. Wer also ein Fachmann sein oder werden möchte, der kommt um den Holzkohlegrill wohl doch nicht herum.

Das wichtigste Zubehör eines Grillmasters

Wie in jedem guten anderen Job, ist das Equipment auch für einen echten Meister am Grill das Handwerkszeug einer erfolgreichen Arbeit. Es darf nicht an Zubehör fehlen und hier trennt sich auch die Spreu vom Weizen. Was braucht man also auf jeden Fall?

Die Grillzange

Wichtig! Wichtig! Wichtig! Die richtige Grillzange ist der High-Tec-Spoiler unter den Zubehörteilen. Es gibt Zangen in den unterschiedlichsten Qualitätsstufen. Die oftmals sehr günstige Holzversion ist leider echt Schrott. Wenn sie überhaupt einen echten Grillabend übersteht ohne auseinanderzubrechen, dann kann das nur Glück gewesen sein. Meist geht sie aber garantiert im falschen Augenblick kaputt. Hier empfehlen die echten Experten eine stabile Metallzange mit Plastikgriff. Der Griff sollte gut in der Hand liegen und vor allem ein festes Zupacken der zwei Zangenteile ermöglichen. Nichts ist peinlicher, als wenn das Stück Grillfleisch auf dem Boden landet, bevor es den Teller erreicht!

Grillhandschuhe & Grillschürze

Was unterscheidet den Grillmaster vom Hobbygriller? Das Outfit natürlich! Wer nicht passend gekleidet ist, der wird niemals von der Gesellschaft als Held akzeptiert werden. Der Grillhandschuh ist nicht nur ein praktikabler Schutz vor Verbrennungen, sondern auch ein modisches Accessoire. Fast noch wichtiger ist aber die richtige Schürze. Mit ihr drückt man ein Statement aus, mit ihr zeigt man, dass man der Chef im Ring ist. Bestenfalls steht schon in dicken Lettern aufgedruckt „GRILLMASTER“ auf der Vorderseite. So versteht es auch der letzte Gast, dass hier ein klarer Kompetenzbereich abgesteckt wurde.

Kleiner Tipp noch… beim Elektrogrill würde ich die Handschuhe weglassen. 😉

Grillanzünder und Stabfeuerzeug (bei Holzkohlegrills)

Man muss es sich ja nicht unnötig schwer machen. Daher sind der richtige Grillanzünder und ein Stabfeuerzeug Hilfsmittel, die das Grillen erheblich erleichtern. Durch einen hochwertigen Anzünder entwickelt sich die Flamme schneller und gibt der Kohle die bestmögliche Brennstärke. Um sich nicht die Finger zu verbrennen, ist das Stabfeuerzeug unverzichtbar. Hier muss man nicht den Helden spielen… sonst könnte es schmerzhaft werden!

Das richtige Drumherum

Grillen besteht nicht nur aus dem Grillen allein, sondern es ist ein Lebensgefühl, ein ganz besonderes Ereignis. Um dies bestmöglichst zu inszenieren, braucht man ein perfektes Ambiente. Kerzen, Fackeln und indirekte Beleuchtung sind hier schon einmal der Grundbaustein eines tollen Sommer-Grillabends. Der Tisch sollte nicht zu fein, aber ansprechend gedeckt sein. Rustikal kann hier durchaus angemessen sein, denn schließlich riecht es in wenigen Minuten nach Rauch.

Passende Getränke sollten ebenfalls schon gekühlt bereit gehalten werden. Beilagen, wie Salate und auch kleine Snacks können das Angebot zusätzlich abrunden und sind bestenfalls schon vor dem Abend vorbereitet.

Deko ist gut, aber zu viel Deko ist doof! Gibt es einen Anlass, so könnte dies allerdings auch die Ausnahme für eine maßlos übertriebene Dekorationen sein. Eine Fußball-WM oder EM ist ein solches Ereignis, oder eine Karnevals-Angrillparty… Bei einem gemütlichen Beisammensein, ist es aber eher die dezente Verschönerung der Umgebung. Eine Girlande, oder ein paar Luftballons erfüllen bereits ihren Zweck. Es darf auf keinen Fall zur Reizüberflutung kommen, denn dann fühlt sich kein Gast mehr wohl.

Ebenso wichtig, wie notwendig ist die Wahl der Musik. Hier kommt es auf den Anlass und die Zusammensetzung der Gäste an. Ich persönlich würde mich immer für Country-Musik entscheiden, denn die kann man sowohl im Hintergrund dudeln lassen, aber auch mal laut aufdrehen. Partymusik wird es wohl eher zu später Stunde mit zunehmendem Pegel der Freunde und Besucher geben. Auch kommt es darauf an, ob sich die Gäste viel zu erzählen haben, denn dann würde laute Beschallung eh nur stören… Es gibt übrigens für jeden Anlass Playlisten bei den gängigen Apps auf dem Phone.

Mein All-Time-Lieblings-Grillpartysong ist dieser hier:

Die wichtigsten Grillregeln

1) Plane genug Zeit ein
2) Bereite die wichtigsten Dinge schon am Vortrag vor (sofern möglich)
3) Versichere dich am Vortag, ob alles an Equipment vorhanden ist (Gas, Kohle, etc.)
4) Verfolge den Wetterbericht und treffe rechtzeitig entsprechende Maßnahmen zum Schutz des Grillgutes
5) Frage die geladenen Gäste bereits im Vorfeld nach Vorlieben und Geschmack (Fleischsorte, Vegetarier?)
6) Bist du der Griller? Dann vergiss dich nicht selbst! Sei auch mal egoistisch…
7) Das Grillrost sollte komplett ausgebrannt sein, bevor Du es reinigst
8) Versuche alles sauber zu halten, dann kann es beim nächsten Mal gleich wieder losgehen

Wichtige Fragen, die mich noch beschäftigten…
Darf man immer grillen? Wann braucht man eine Erlebnis?

Darüber macht sich doch eigentlich niemand so richtig Gedanken… doch, denn das Landgericht München hat sogar dazu ein episches Urteil gesprochen: „Ein generelles Grillverbot ist genauso unzulässig wie eine generelle Grillerlaubnis. Der Nachbar muss grundsätzlich gelegentliches Grillen in der Sommerzeit dulden. Entstehen aber wesentlich Beeinträchtigungen, kommt sogar ein Grillverbot in Betracht“ (Az.: I 15 S 22735/03).

Das Amtsgericht Bonn hat dazu 1997 noch entschieden, dass ein einmaliges Grillen in den Monaten April bis September zulässig ist, sofern man die engen Nachbarn bis zu 48 Stunden vorher darüber informiert hat. Gemäß Landgericht Aachen, ist sogar ein zweites Mal und in Stuttgart noch ein Drittes Mal zulässig. Oftmals ist es weniger das Grillen, sondern vielmehr der Lärmpegel, der den Stress mit Nachbarn hervorruft. Bestenfalls einfach dazu einladen…

Grillmythen

Sagenumwobene Mythen gibt es zum Thema GRILLEN, doch nicht alle haben tatsächlich einen wahren oder sinnvollen Hintergrund. Manchmal ist es einfach ein Fehler in der Überlieferung von Generationen oder der allgemeine Volksmund, der starr an seinen Meinungen fest hält. Hier ein paar Aufklärungen…

MYTHOS 1: Grillen ist nur was für Männer!

In der Tat sieht man häufig die Männer am Grill stehen! Wie kommt das? Stimmt der Mythos etwa auch in der heutigen Zeit der Emanzipierung? Es muss sich im Laufe der Evolution des Grillens anders entwickelt haben, wie von Mutter Natur geplant. Eigentlich waren die Frauen für das Grillen vorgesehen, denn schon in der Steinzeit waren die Männer jagen, während die Frauen das Feuer daheim hüteten. Meine Theorie ist da anders… ich glaube einfach, die Frauen wollen sich einfach mal von uns Männern verwöhnen lassen und deshalb sind wir hier am Zug.

MYTHOS 2: Fisch darf nur in Alufolie gegrillt werden.

Man sagt, ohne Folie zerfällt er schneller. So ganz korrekt ist das allerdings nicht. Fisch zerfällt, wenn man in unsanft behandelt. Ein Stück Fisch braucht einfach noch etwas mehr Liebe, als z.B. ein gleichgroßes Stück Fleisch. Ist man also vorsichtig und behutsam, dann braucht man nicht zwangsläufig Alufolie. Allerdings gibt es auch tolle Hilfsmittel für die Profigriller im Handel.

MYTHOS 3: Das Grillen mit Holzkohle bringt einen besseren Geschmack.

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass beim Grillen mit Holzkohle ganz andere Gerüche freigesetzt werden. Es qualmt und raucht, was wiederum bei vielen Menschen erst das echte Grillgefühl hervorruft. Aber gibt es nun einen besseren Geschmack? Es gab mittlerweile einige Tests und Blindverköstigungen, bei denen sich die Probanden geschmacklich für die Gas- oder Elektrovariante entschieden haben. Es wurde sogar erwiesen, dass brennende Kohlen keine zusätzlichen Aromen an das Grillgut abgeben. Ist es also eine reine Kopfsache? Ich kann es zwar nicht wirklich glauben, dass der entstehende Rauch rein gar nichts bewirkt, aber wenn es die Wissenschaft sagt, muss ja was dran sein.

MYTHOS 4: Fleisch muss mit Bier abgelöscht werden.

Es soll den Geschmack steigern oder ist es am Ende einfach wieder nur so ein Männerding. Klar, es sieht besonders cool aus und zischt auch schön, doch in Wahrheit bringt es leider nicht wirklich viel. Das Einzige, was passiert – die Kohle wird nass und verliert an Hitze. Ergo… es dauert wieder ewig, wenn man weitergrillen möchte. Also, besser Fleisch auf den Grill und Bier in die Kehle!

Was kann man grillen? Was kann man NICHT grillen?

Das gute alte Würstchen darf natürlich auch nicht fehlen. Hier ist es unerheblich, ob Schwein oder Geflügel. Auch Gemüse und Fisch werden beim Grillen sehr schön, wenn man sie richtig behandelt. Nicht gut geeignet ist Kalbfleisch oder auch Wild, denn diese Sorten neigen schnell dazu extrem trocken zu werden und wer will schon auf Schuhsohlen rumkauen.

Experten empfehlen in erster Linie Rindfleisch zum Grillen. Highlights sind dabei die legendären T-Bone Steaks oder auch Ribeye-Steaks. Im Grunde kann man sehr experimentierfreudig sein und auch mal verrückte Dinge ausprobieren. Pute und Hühnchen werden manchmal sehr trocken, daher empfiehlt es sich das Fleisch vorher längere Zeit in eine Marinade einzulegen.

Aufpassen muss man bei Maiskolben. Es funktioniert zwar sehr gut auf dem Grill, allerdings sollte man sie erst nachher mit Butter bestreichen. Das Fett würde andernfalls mit der Hitze des Grills reagieren und kann dadurch krebserregende Stoffe freisetzen. Selbiges gilt übrigens auch für mariniertes Grillgut. Diese sollte man daher besser in einer Grillschale zubereiten und das Fett nicht ins Feuer tropfen lassen. Völlig tabu sind Wiener Würstchen, Kassler oder Schinken. Durch die Erhitzung setzten sich krebserregende Nitrosamine frei. Finger weg!

Ein GEHEIMTIPP zum Schluss

Man lernt nie aus… nicht einmal beim Grillen. Fleisch, Fisch, Gemüse… alles ist bekannt und lecker. Doch habt ihr schon mal Schwarzwälder Kirschtorte gegrillt? Ja genau… richtig gelesen! Ich war anfangs auch sehr skeptisch, doch der Gaumenschmaus war unvergleichlich.

… und so wird es gemacht:

  • Die Torte in mittelgroße Stücke schneiden
  • Das Stück in Alufolie einpacken
  • Auf das Grillrost stellen

Wichtig: Die Kirsche wird nicht mit eingepackt! Oben wird die Folie offen gelassen… Dies ist nämlich der Indikator dafür, wann das gute Stück essbereit ist. Versinkt sie langsam in der Sahne des Tortenstücks, kann man sie vorsichtig vom Grill nehmen, die Folie leicht öffnen und das Schlemmermahl genießen.

Fazit:
Grillen ist einfach wunderbar! Auch wenn gerade alles in Sachen Geselligkeit eher doof ist und wir in Corona-Zeiten einfach nicht alles dürfen, bzw. machen sollten, so kann man uns doch zum Glück das Grillen im eigenen Garten oder auf dem Balkon nicht verbieten. Ihr habt jetzt auf jeden Fall das Wissen, ein echter Grillmaster zu sein. Also nichts wie ran… Summertime = Grilltime!

Text: The Shark
Daten: The Shark
Bilder: Pixabay

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